Für Energiegemeinschaften

Jedes Mitglied nutzt die Anlage anders.

Für Energiegemeinschaften ist Gridbert eine Auswertung je Zählpunkt: Er liest den Lastgang jedes Mitglieds, rechnet aus, wie viel von der gemeinsamen Erzeugung tatsächlich bei diesem Mitglied ankommt, und beziffert den Reststrom, den es weiterhin beim Lieferanten kaufen muss.

Die Verteilschlüssel einer Energiegemeinschaft sagen, wer wie viel bekommen darf. Sie sagen nicht, wer die Energie zu dem Zeitpunkt auch brauchen kann. Genau da liegt der Unterschied zwischen einer Gemeinschaft, die funktioniert, und einer, die auf dem Papier funktioniert.

Ein Mitglied mit Wärmepumpe und Mittagsverbrauch nimmt fast alles auf, was die Anlage liefert. Ein Mitglied mit Abendprofil kaum etwas, egal wie großzügig der Schlüssel ist. Ohne Lastgang je Zählpunkt sieht man diesen Unterschied nicht.

Wie viel vom Solarfenster kommt bei wem an?

Das Solarfenster sind die Stunden, in denen die Anlage der Gemeinschaft liefert. Gridbert legt für jeden Zählpunkt den eigenen Verbrauchsverlauf über dieses Fenster und rechnet aus, welcher Anteil davon gedeckt wird. Das Ergebnis ist eine Zahl je Mitglied, nicht eine Quote für die Gemeinschaft insgesamt.

Aus derselben Rechnung fällt die Grundlast heraus: der Sockel, den ein Haushalt rund um die Uhr zieht. Da kommt kein Verteilschlüssel dran. Deshalb fängt jede Empfehlung dort an.

Der Reststrom ist der größere Posten

Reststrom ist der Teil, den die Gemeinschaft nicht deckt und der beim Lieferanten eingekauft wird. Er steht auf der Rechnung der meisten Mitglieder über der gemeinsamen Erzeugung, wird aber selten angeschaut, weil die Aufmerksamkeit bei der Anlage liegt.

Gridbert rechnet den Reststrom jedes Zählpunkts gegen den Tarifkatalog von heute Nacht, 119 Tarife, inklusive der Netzkosten des richtigen Netzbereichs. Zur Reststrom-Optimierung gehört beides: der passende Tarif und das Wissen, zu welchen Stunden der Reststrom überhaupt anfällt.

Stand heute

Die Auswertungen laufen. Erster Plattform-Partner ist enixi: Mitglieder einer dort betreuten Energiegemeinschaft können ihr eigenes Profil aufrufen, mit Grundlast, Tagesgang, Solarfenster-Nutzung und Reststromanteil. Der Ablauf und die Entscheidungen dahinter stehen im Devlog.

Nicht freigegeben ist die Selbstbedienung: Dass ein Mitglied diese Auswertung direkt im eigenen Chatbot abruft, ist gebaut, aber für Energiegemeinschaften noch nicht offen.

Ein Workshop-Tag

Einstieg ist ein Workshop-Tag. Wir starten bei der Leitfrage eurer Gemeinschaft, suchen einen Use Case, der sich an euren Daten entscheiden lässt, und ihr geht mit einer Entscheidungsgrundlage heraus statt mit einem Angebot. Eine Preisliste steht hier nicht, weil der Aufwand an eurer Datenlage hängt. Was danach kommt, ergibt sich aus dem, was ihr tatsächlich braucht.

Fragen dazu

Woher kommen die Lastgangdaten?

Entweder über die Plattform, auf der die Energiegemeinschaft ohnehin abgerechnet wird, oder über EDA mit Freigabe des einzelnen Mitglieds. Bei enixi läuft die Anbindung über deren Schnittstelle, die Daten fließen direkt in die Auswertung.

Sieht ein Mitglied nur die eigenen Daten?

Ja. Jedes Mitglied bekommt eine eigene Instanz mit den eigenen Werten. Die Gemeinschaft sieht die Summen, nicht die Einzelprofile fremder Zählpunkte.

Funktioniert das auch für eine Bürgerenergiegemeinschaft?

Ja. Die Rechnung ist dieselbe, nur ohne die räumliche Beschränkung der EEG. Unterschiedlich sind die Netzkosten-Rabatte, und die hängen ohnehin am Netzbereich, den Gridbert kennt.

Andere Zielgruppen

  • Energieberatung: die Vorarbeit einer Beratung liegt fertig vor dem Termin, jede Zahl mit Rechenweg
  • Einkaufsgemeinschaften: jede Mitgliedsrechnung einzeln gerechnet statt einer Stichprobe
  • Energieversorger: eine Instanz je Kunde, unter eurer Marke und in eurer Oberfläche