Was eine PV-Anlage bringt, gerechnet auf deinen eigenen Zahlen
Nach der Lastganganalyse kommt fast immer dieselbe Anschlussfrage: was würde mir eine PV-Anlage bringen? Darauf mussten wir bisher passen. Jetzt gibt es zwei Werkzeuge dafür. Das eine rechnet je Anlagengröße den Ertrag, den Eigenverbrauch, die Autarkie und die Amortisation, das andere sagt dir, wie groß der Speicher sein soll. Der Unterschied zu den Rechnern im Netz steckt in der Eingabe. Die arbeiten mit einem Durchschnittshaushalt, wir mit deinen gemessenen Viertelstundenwerten. Ob sich eine Anlage lohnt, hängt daran, ob du zu Mittag Strom brauchst oder erst um sieben Uhr abends, und das steht in deinem Lastgang und in keinem Durchschnittsprofil. Die Sonnendaten kommen vom Forschungszentrum der EU-Kommission, Stunde für Stunde für deinen Standort. Bei einem Wiener Haushalt mit rund zweitausend Kilowattstunden im Jahr deckt eine Anlage mit fünf Kilowatt ein gutes Drittel des Verbrauchs. Mit fünf Kilowattstunden Speicher werden vier Fünftel daraus.
Bevor wir das ausgeliefert haben, haben wir unsere bestehenden Rechnungen gegengeprüft, und das war die nützlichste Stunde der ganzen Arbeit. Fünf Fehler kamen dabei heraus, drei davon erzählen etwas. Eine Kennzahl zählte Strom, der noch im Speicher lag, als bereits verbraucht. Gemeldet wurden hundert Prozent Eigenverbrauch, richtig waren knapp neunundachtzig. Die alte Überschlagsformel behauptete bei einer Zehn-Kilowatt-Anlage achtzehn Prozent Eigenverbrauch, gemessen waren es knapp sieben. Sie hat die Anlage also zu gut gerechnet, und das ist die Richtung, in der so ein Fehler wehtut. Der dritte hat mit Sonne gar nichts zu tun und betrifft trotzdem jeden Upload. Bei der Umstellung auf die Winterzeit gibt es die Stunde von zwei bis drei zweimal, und unser Import hat die zweite stillschweigend über die erste geschrieben. Fünf Messwerte pro Jahresdatei, weg ohne Fehlermeldung. Alles behoben.
Eine Sache haben wir mit Absicht so gebaut, dass sie unbequem antworten kann. Beim Speicher rechnet das Werkzeug jede Größe einzeln durch und zeigt, was die nächste Kilowattstunde noch bringt. Im Wiener Beispiel sind das für die ersten zweieinhalb Kilowattstunden knapp siebenundfünfzig Euro im Jahr, jenseits von zehn nur noch eins bis zwei. Von allen gerechneten Größen verdient dort nur die kleinste ihre Anschaffung über die Lebensdauer zurück. Das Werkzeug sagt das auch so, statt eine Zahl auszuwerfen, die nach Empfehlung aussieht.