Der Anbieter zog um, wir merkten die Hälfte
Naturkraft hat seine Privatkundenseite verschoben. Die alte Adresse liefert seit dem vierzehnten August eine Fehlerseite. Der nächtliche Alarm hat das brav gemeldet, drei Nächte hintereinander, und wir haben es als das gelesen, was es zu sein schien: Ein Anbieter fällt aus der Preisprüfung, die Zahlen im Katalog frieren auf dem letzten geprüften Stand ein. Genau dafür ist der Alarm gebaut.
Übersehen haben wir, was dieselbe tote Adresse sonst noch tut. Sie stand als Wechsel-Link an allen vier Tarifen dieses Anbieters. Wer sich also für einen davon entschieden hat und weiterklicken wollte, landete auf einer Fehlerseite. Der Scrape-Ausfall war der harmlose Teil, sichtbar und laut. Der teure Teil war still und stand direkt vor den Augen der Leute, für die wir das Ganze bauen.
Beim Reparieren kam der eigentliche Fund. Ob sich ein Tarif geändert hat, entscheiden wir über einen Fingerabdruck aus seinen Feldern. Der Wechsel-Link war in diesem Fingerabdruck nicht enthalten, weil er kein Preis ist. Für zwei der vier Tarife hieß das: Preis gleich geblieben, also gilt der Tarif als unverändert, also bleibt die alte Fassung mit der toten Adresse stehen. Das betraf nicht nur diesen einen Anbieter. Jeder, der ausschließlich seine Adresse ändert, hätte den alten Link dauerhaft behalten, ohne dass irgendwo etwas rot geworden wäre. Der Fingerabdruck prüft jetzt auch den Link. Er ist zwar kein Preis, aber er ist das, worauf am Ende jemand klickt.
Zwei Fallen steckten außerdem im neuen Seitenaufbau, und beide hätten ein reiner Adresstausch mitgebracht. Der Grundpreis steht dort nicht mehr pro Monat, sondern pro Jahr, was ungeprüft den Faktor zwölf in jede Jahresrechnung geschrieben hätte. Und bei den Tarifen ohne Bindung steht das Wort Bindung wörtlich auf der Seite, mit einem Keine davor. Wir lesen die Einheit deshalb jetzt aus der Beschriftung, statt sie anzunehmen. Die Preise selbst haben sich beim Umzug übrigens nicht geändert, geprüft gegen das offizielle Preisblatt und gegen unseren eigenen Stand von vorher. Dem Anbieter ist kein Vorwurf zu machen, eine Website umzubauen ist sein gutes Recht. Unsere Aufgabe war es, das zu merken.