Was ab dem zweiten Jahr passiert, sieht man jetzt im Bild
Gridbert liefert seit heute Bilder. Wer im Chat nach seinem Verbrauch oder nach einem Tarifvergleich fragt, bekommt nicht mehr nur Zahlen, sondern ein fertiges Diagramm dazu. Das klingt nach Kosmetik, ist aber eine Entscheidung darüber, wem man beim Zeichnen traut. Ein Sprachmodell kann ein Diagramm genauso frei erfinden wie eine Zahl, und eine falsch skalierte Achse fällt niemandem auf. Deshalb gilt für Bilder ab jetzt dieselbe Regel wie für jeden Euro-Betrag: Gridbert rechnet sie selbst und zeichnet sie selbst, das Sprachmodell entscheidet nur, wann es sie zeigt. Quelle und Einschränkungen stehen im Bild selbst, damit sie mitreisen, wenn jemand es aus dem Chat kopiert.
Beim ersten Lauf gegen den echten Tarifkatalog ist genau das passiert, wofür sich der Aufwand lohnt. Im Balkendiagramm fehlte ausgerechnet der Hinweis auf befristete Neukundenboni, obwohl mehrere der angezeigten Tarife einen haben. Der Grund war ein Denkfehler von uns: Zwei Zahlen aus unserer Rechenschicht heißen fast gleich, meinen aber Unterschiedliches. Die eine enthält nur die Energiekosten, die andere zusätzlich Netzentgelt und Abgaben. Wir haben sie direkt verglichen, und weil die Zahl mit weniger Bestandteilen kleiner ausfiel, sah es aus, als gäbe es keinen Bonus-Effekt. Im Text wäre das monatelang niemandem aufgefallen. Im Bild war es sofort sichtbar, weil an einer Stelle nichts stand, wo etwas hingehört.
Wie groß der Effekt ist, zeigt der Katalog von heute. Von 119 Stromtarifen werden 14 ab dem zweiten Jahr teurer. Den größten Sprung macht Strom ECO Online von MONTANA Energie-Handel: 494,56 Euro im ersten Jahr, 1.312,74 Euro ab dem zweiten. Das sind Energiekosten für 3.500 Kilowattstunden brutto, ohne Netzentgelt, weil das von der Gemeinde abhängt. Dahinter folgen redgas mit 521,80 auf 857,58 Euro, MyElectric mit 453,42 auf 786,00 Euro und die Salzburg AG mit 456,00 auf 745,80 Euro. Zum Vergleich der günstigste Tarif ohne Bonus, comfort privat der TIWAG, mit 435,60 Euro in beiden Jahren. Wer nur auf das erste Jahr schaut, hält den Bonus-Tarif für ein gutes Angebot, obwohl er ab dem zweiten Jahr dreimal so viel kostet.
Daran ist nichts Verbotenes. Einen Neukundenbonus zu geben ist üblich und für den Anbieter auch vernünftig. Unangenehm wird es erst, wenn ein Vergleich nur den ersten Jahresbetrag zeigt und den Rest ins Kleingedruckte schiebt. Wir rechnen beide Jahre seit Längerem aus und schreiben sie auf der Tarifseite hin. Neu ist, dass man den Unterschied jetzt sieht, ohne zwei Spalten vergleichen zu müssen: Der Balken wächst über den Punkt hinaus, an dem er im ersten Jahr endet, und der Teil, der erst später anfällt, ist schraffiert. Das ist derselbe Gedanke wie bei der Altersangabe an jedem Preis und beim Netzbetreiber, den wir nicht mehr raten. Ein Überblick, der eine wichtige Einschränkung nur im Kleingedruckten führt, verspricht mehr als er hält.