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Wer auf deine Daten schauen darf, entscheidest ab heute du

Seit Juli kann ein Energieberater seine Kunden über Gridbert betreuen. Er sieht dann deren Rechnungen und Lastgang und rechnet damit, so wie er es sonst mit Zetteln am Küchentisch täte. Die Berechtigung dafür heißt bei uns Freigabe, und sie wird bei jedem einzelnen Zugriff serverseitig geprüft. Was daran von Anfang an gefehlt hat, ist die andere Seite. Du hast nirgends gesehen, dass jemand auf deine Daten schauen darf, und beenden konntest du es auch nicht. Angelegt hat die Freigabe der Betreiber, per Hand in der Datenbank. Für einen Piloten mit Angehörigen ging das. Für alles darüber hinaus geht es nicht, weder dir gegenüber noch gegenüber der Datenschutzgrundverordnung. Ab heute steht in deinem Konto, wer mitlesen darf, seit wann und in welchem Umfang. Daneben steht, was beim Gespräch dazu notiert wurde. Eine neue Freigabe ist zuerst nur eine Anfrage und verschafft niemandem Zugriff. Erst wenn du zustimmst, sieht dein Berater etwas, und wenn du auf Beenden drückst, ist es mit dem nächsten Aufruf vorbei.

Der zweite Teil betrifft den Anfang. Ein Berater konnte bisher nichts anstoßen, solange du nicht von selbst bei uns gelandet warst. Er sitzt bei dir, ihr seid euch einig, und dann kann er nichts tun außer warten. Das geht jetzt: er lädt dich mit deiner E-Mail-Adresse ein, auch wenn es dich bei Gridbert noch gar nicht gibt. Du bekommst Post, legst dein eigenes Konto an, und findest darin seine Anfrage. Er bleibt dabei der, den du kennst. Die Einladung kommt sichtbar von ihm, und auch deine spätere Post trägt seinen Namen und seine Antwortadresse, damit du nicht Nachrichten von jemandem bekommst, mit dem du nichts verbindest. Gerechnet wird weiterhin bei uns, und das steht auch so drauf.

Bevor das rausging, haben wir es hart gegenlesen lassen, und dabei ist uns eine unangenehme Sache aufgefallen. Wir hatten einen Testlauf gebaut, der den ganzen Weg durchspielt, vom Einladen bis zur fertigen Mail. Der war grün, alle neunzehn Stufen. Trotzdem wäre der Mailversand auf dem echten Server sofort gestorben, und zwar lautlos. Der Grund ist ärgerlich einfach: unser Testlauf hat sich seinen eigenen Postversand eingesetzt, und der war großzügiger als der echte. Am Arbeitsplatz lief deshalb alles, am Server hätte nichts funktioniert. Ein Beweis, der sich seine eigenen Bauteile mitbringt, beweist nur die Form. Wir prüfen jetzt an dieser Stelle das echte Bauteil, und der neue Test fällt nachweislich um, wenn man den Fix wieder herausnimmt. Zwei weitere Sachen sind beim selben Durchgang gefallen, eine davon hätte dazu geführt, dass jemand Post im Namen einer Person bekommt, der er nie etwas erlaubt hat. Sie ist weg, bevor sie je gelaufen ist.

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